Risiken managen heisst auch Chancen ergreifen
Wenn man über Risikomanagement spricht, ist das klassische Bild das einer Bedrohung, die es zu vermeiden gilt. Doch nicht jedes Risiko ist zwangsläufig negativ. Es kann auch eine Möglichkeit für Fortschritt, Innovation oder Verbesserung eröffnen.
Anders gesagt, ein Risiko ist vor allem eine Unsicherheit. Und die gute Nachricht ist, dass man lernen kann, sie zu analysieren, zu dokumentieren… und zu transformieren.
Negativ oder positiv?
Zunächst muss man die negativen Risiken (die berühmten bösen Überraschungen) von den positiven Risiken unterscheiden, die man lieber Chancen nennt.
Dann kann ihr Ursprung intern sein (verbunden mit der Organisation, ihren Praktiken, ihrer Kultur…) oder extern (Umfeld, Markt, Regulierung…). Diese Kreuzung bildet die Grundlage für SWOT-Analysen (auf Französisch MOFF), ein einfaches strategisches Werkzeug zur Klärung der Herausforderungen.
Zwischen Wahrscheinlichkeit und Schwere
Ein Risiko zu identifizieren reicht nicht aus. Es muss auch bewertet werden. Zwei Hauptkriterien ermöglichen dies:
- seine Eintrittswahrscheinlichkeit,
- die Schwere seiner Folgen, wenn es eintritt.
Diese beiden Dimensionen ermöglichen die Erstellung einer Risikomatrix, die die Prioritäten ordnet. Die gleiche Logik gilt für Chancen: Einige verdienen besondere Aufmerksamkeit, wenn sie ein hohes Potenzial mit einer hohen Wahrscheinlichkeit verbinden.
Ein strukturierter und vernetzter Risikosteckbrief
Damit ein Risiko handhabbar ist, muss es zunächst korrekt dokumentiert werden. Ein gut aufgebauter Steckbrief bündelt alle Elemente, die für sein Verständnis und seine Steuerung nützlich sind. Hier sind die wichtigsten auszufüllenden Felder:
- Name
- Kategorie (strategisch, operativ, regulatorisch usw.)
- Ursprung (intern / extern)
- Erwartete Auswirkung (positiv oder negativ)
- Beschreibung
- Wahrscheinlichkeit (mit einer Begründung)
- Geschätzte Schwere
- Potenzielle Auswirkungen: finanziell, operativ, reputationsbezogen, personell, rechtlich, strategisch…
Das Risiko ist kein isoliertes Element. Es ist Teil eines grösseren Ganzen, mit direkten Verbindungen zu:
- den betroffenen Interessengruppen,
- den betroffenen Prozessen,
- den Referenzdokumenten.
Diese Vernetzung ermöglicht eine systemische Lesart der Information, wertvoll für Entscheidungen und Handeln.
Die Entwicklung eines Risikos im Zeitverlauf verfolgen
Risiken entwickeln sich weiter. Sie können sich verschärfen, abnehmen, sich konkretisieren oder im Gegenteil verschwinden. Deshalb ist es unerlässlich, jeden Risikosteckbrief zu versionieren. Diese Nachverfolgung im Zeitverlauf ermöglicht es:
- eine Spur der getroffenen Entscheidungen zu bewahren,
- Korrektur- oder Präventivmassnahmen zu dokumentieren,
- das kollektive Gedächtnis der Organisation schrittweise zu bereichern.
Unsicherheit in einen Handlungshebel verwandeln
Risiken in den Qualitätsansatz zu integrieren bedeutet nicht, sie auszurotten – es bedeutet, sie sichtbar, verständlich und handhabbar zu machen.
Es bedeutet auch, Raum für Initiative und Anpassung zu schaffen, indem man anerkennt, dass das Ungewisse auch eine Quelle des Fortschritts sein kann.
Mit ein wenig Methode können sie zu Ihren besten Verbündeten werden!
Und mit Uscope genügt es, sie zu identifizieren, damit sie sich von selbst strukturieren.